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Zitieren in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten nach deutscher Zitierweise

Veröffentlicht
08.06.2021
Erneut
14.10.2021

Deutsche Zitierweise: Die Kenntlichmachung von fremdem Gedankengut und Ergebnissen ist im Rahmen von wissenschaftlichen Texten und Einreichungen verpflichtend. Dies dient zum einen der Überprüfbarkeit und weiterhin auch zur Akkreditierung der eigenen Beiträge.

Dabei bietet sich den Studierenden eine Vielzahl von möglichen Zitierweisen, die je nach Vorgabe der Hochschule erlaubt oder vorgeschrieben sind. Unter diesen hebt sich vor allem die Deutsche Zitierweise mit ihrem Einsatz von Fußnoten ab.

Die Besonderheiten der deutschen Zitierweise

Neben weiteren verbreiteten Zitierweisen hindert die Deutsche Zitierweise den Lesefluss nur geringfügig, durch den Einsatz von hochgestellten Zahlen an der betreffenden Textstelle. Weiterführende Angaben über Autor, Werk und Textstelle erfolgen am Ende der Seite deutlich abgegrenzt.

Damit unterscheidet sie sich von der Harvard-Zitierweise, bei welcher die entsprechenden Angaben über Autor und Seitenzahl mit Klammern direkt im Text eingefügt werden. Bei dieser oftmals auch als „amerikanische Zitierweise“ bezeichneten Variante ist ein ungehemmter Lesefluss erschwert.

Weiterführende Informationen finden sich erst im Literaturverzeichnis und bieten nur einen allgemeinen Bezug zum Werk ohne direkten Kontext zum verwendeten Zitat. Bei der Deutschen Zitierweise erlauben der direkte Verweis und die abgegrenzte Angabe hingegen einen konkreten Rückbezug. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit weiterführende Angaben, Erklärungen oder auch Kreuzverweise im Rahmen der Fußnote auszuführen.

Diese erleichtern dem Leser die Orientierung, vor allem bei umfassendem Quellenmaterial. Deshalb ist diese Zitierweise vor allem in Textintensiven und vergleichenden Studienfeldern wie den Literaturwissenschaften, Philosophie, Anthropologie oder auch Religionswissenschaften verbreitet.

Die Kenntlichmachung von Quellen

Die Kenntlichmachung von Quellen

Die Angabe von Quellen ist oftmals unumgänglich für das Erstellen einer schriftlichen Arbeit für die eigene Bachelorprüfung oder Masterprüfung. Dadurch beziehen sich Studierende auf Ergebnisse anderer Autoren und bauen auf dieser Grundlage ihre eigene Argumentation oder Bearbeitung auf. Die deutliche Kennzeichnung von fremdem Gedankengut und Ergebnissen gebietet jedoch der akademische Ehrenkodex.

Da die genutzten Ergebnisse oftmals geraume Zeit und finanzielle Mittel erfordert haben, stellen sie entsprechend geistiges Eigentum der Ersteller dar. Eine Missachtung der notwendigen Kenntlichmachung kann daher zu schweren Vorwürfen und Konsequenzen führen. Deshalb muss vor allem der Betreuer oder Korrektor einer Arbeit jederzeit nachvollziehen und überprüfen können, woher die gewonnenen Erkenntnisse stammen.

Hält man die geforderten Vorgaben ein, so ist die korrekte Nutzung der Zitierweise sogar ein deutlicher Mehrwert für die eigene Arbeit. Hierbei empfiehlt sich neben der reinen Kenntlichmachung die Deutsche Zitierweise mit Fußnoten besonders.

Fußnoten

Das Einfügen der in der Deutschen Zitierweise genutzten Fußnoten gestaltet sich besonders unkompliziert. Dabei wird eine fortlaufende Zahl direkt im Anschluss an das Zitat hochgestellt.

Das zeigt dieses Beispiel2.

Diese verweist auf eine konkrete Literaturangabe am Ende der entsprechenden Seite. In dieser sind ebenfalls weiterführende Angaben und Anmerkungen möglich.

2Am Ende der Seite erfolgt in dieser Form die konkrete Literaturangabe.

Die verwendeten Literaturverweise werden zudem in einem vollständigen Literaturverzeichnis am Ende des Dokuments nochmals aufgeführt. Da sich die Nutzung der Fußnoten unkompliziert gestaltet und auch eine Vielzahl an weiterführenden Möglichkeiten bietet, ist eine kritische Kontrolle der gemachten Angaben unumgänglich.

Dabei wird bei der ersten Nennung stets eine umfassendere Angabe gemacht, als bei den folgenden. In der Fachsprache spricht man hier von Vollbelegen und Kurzbelegen. Zudem ist in einigen Fällen auch eine Kürzung möglich. Grundsätzlich sollten Literaturangaben jedoch mindestens im abschließenden Literaturverzeichnis möglichst umfassend ausgeführt sein, um eine zweifelsfreie Zuordnung zu gewährleisten.

Vollbeleg

Bei der ersten Verwendung einer Quelle wird diese umfassende Angabe genutzt. Darin sind alle relevanten Informationen zum Auffinden der wiedergegebenen Inhalte im originalen Kontext enthalten. Dabei wird bei einer Fußnote in Word oder einem vergleichbaren Textprogramm in der Regel mit dem Vor- und Nachnamen begonnen. Dem wird im Rahmen eines indirekten Zitats zudem noch „Vgl.“ für „Vergleiche“ vorangestellt. Je nach Publikationstyp wählt man dann ein passendes Format:

Monografie

Eine Monografie bezeichnet eine eigenständige Publikation, meist von einer Einzelperson verfasst.
Eine Angabe der Autoren erfolgt nach dem Schema:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Erscheinung/Ort Erscheinung/Jahr, Seitenangabe.

Konkretes Beispiel:

Hermann Hesse, Die Gedichte. Inspiration, Frankfurt am Main und Leipzig 2001, S. 102–103

Dabei ist insbesondere die korrekte Verwendung von Interpunktionszeichen wichtig. Ebenfalls empfiehlt es sich, bei der Anfertigung von Kopien darauf zu achten, stets das entsprechende Impressum ebenfalls zu kopieren. Nur dann hat man alle notwendigen Angaben beisammen.

Sonderfälle bei Monografien

Mehrere Autoren:
Bei der Autorschaft von mehr als einer Person werden die Verfasser entsprechend im Quellenbeleg erscheinen. Sollte es sich um zwei Autoren handeln, so werden diese mit „und“ angeführt. Waren mehr als zwei Autoren beteiligt, werden die Namen durch Kommas voneinander getrennt.

Auflage:
Möchte man zudem kenntlich machen, welche konkrete Auflage verwendet wurde, gibt es hierfür mehrere Möglichkeiten. Dadurch lassen sich beispielsweise Verwechslungen der Seitenzahl durch eine Textneusetzung oder -bearbeitung vermeiden. Neben dem Voranstellen der hochgestellten Auflagenzahl vor der Jahresangabe ist hier vor allem die ausführliche Angabe vor der Ortsangabe gebräuchlich.

Beispiel:

 

Hermann Hesse, Die Gedichte. Inspiration, 7. Auflage, Frankfurt am Main und Leipzig 2001, S. 102–103

Reihenpublikation:
Handelt es sich um eine Monografie im Rahmen einer fortlaufenden oder übergreifenden Veröffentlichungsreihe, so werden der entsprechende Reihentitel und Band in Klammern nach dem Jahr der Veröffentlichung eingefügt.

Schema:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Erscheinungsort Erscheinungsjahr, (Reihentitel Reihenband), Seitenangabe.

Sammelbände und Aufsätze

Oftmals werden Aufsätze einzelner Autoren in Sammelbänden zu einem bestimmten Thema zusammengefasst oder wiederveröffentlicht. Eine entsprechende Kenntlichmachung muss die konkret verwendete Kopie also deutlich wiedergeben. Dabei wird zunächst der Autor und Aufsatz angegeben und daraufhin die verwendete Veröffentlichung.

Schema:

Vorname Nachname, Aufsatztitel, in: Titel Sammelband herausgegeben von Vorname Name, Ort Jahr, Seite

Lexika und Aufsätze

Die Zitierweise bei Artikeln im Rahmen einer Lexikaveröffentlichung lehnt sich eng an die Zitierweise in Sammelbänden an. Lediglich die Seitenangabe muss je nach verwendeter Nummerierung in Artikel (Art.) oder Spalte (Sp.) abgeändert werden.

Zeitschriften und Aufsätze

Bei der Veröffentlichung des zitierten Aufsatzes im Rahmen einer Zeitschrift wählt man jedoch ein abweichendes Format. Besonders ist dabei, dass Erscheinungsort und Herausgeber nicht genannt werden.

Schema:

Vorname Name, Titel des Artikels. Untertitel, in: Zeitschrift Jahrgang/Nummer (Erscheinungsjahr), Seitenangabe.

Beispiel:

Christian Kättlitz, Douglas Haig. Der Feldmarschall den niemand wollte, in: Militär und Geschichte 18/Nr.2 (2020), S. 24.

Zeitungsartikel

Beim Zitieren eines Zeitungsartikels wird ebenfalls zuerst Autor und Artikel benannt, bevor über die Zeitung, das Veröffentlichungsjahr, die laufende Nummer und konkrete Seite Auskunft gegeben wird.

Schema:

Vorname Nachname, Titel des Artikels. Untertitel, in: Zeitungsname (Jahr), Nummer, Seitenangabe

Hochschulschriften

Wird eine andere wissenschaftliche Arbeit, wie beispielsweise eine Masterarbeit oder Dissertation zitiert, muss das Jahr der Einreichung angegeben werden. Handelt es sich um eine unveröffentlichte Arbeit, wird dies ebenfalls durch das Vorstellen von „unv.“ beispielsweise „unv. Dissertation“ gekennzeichnet.

Schema:

Vorname Name, Titel, Typ der Hochschulschrift, Hochschule Erscheinung/Ort Erscheinung/Jahr, Seite

Internetquellen

Aufgrund der häufigen Veröffentlichung und Verfügbarkeit von Internetquellen ist eine fortschreitende Verwendung der entsprechenden Quellen gegeben. Essenziell wichtig bei der Kennzeichnung solcher Quellen ist neben dem Datum der Veröffentlichung auch die Angabe des Abrufdatums.

Schema:

Vorname Nachname, Titel (Datum der Veröffentlichung), URL: vollständiger Internetlink aus Adresszeile des Browsers (Stand: Abrufdatum).

Beispiel:

Katrin Blawat, menschliche Kommunikation. Das wichtigste Wort der Welt, URL: https://www.sueddeutsche.de/wissen/menschliche-kommunikation-das-wichtigste-wort-der-welt-1.1815029 (Stand: 17.05.2021).

Verlagsangaben

Oftmals verzichtet man bei der deutschen Zitierweise auf die Angabe des Verlags. Einige Hochschulen schreiben diese jedoch vor. In diesem Fall wird der Verlag im Anschluss an den Erscheinungsort eingefügt.

Schema:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Erscheinungsort Verlag Erscheinungsjahr, Seitenangabe.

Kurzbeleg

Bei der wiederholten Nennung einer Quelle genügt eine verkürzte Form der Literaturangabe in der Fußnote. Dies erlaubt eine effizientere Arbeitsweise und reduziert die in den Fußnoten enthaltene Textmenge zugunsten der Übersichtlichkeit. Dabei werden lediglich der Autor und die Seitenzahl angegeben. Sollten mehrere Werke des Autors genutzt werden, wird zusätzlich noch der Titel angegeben, um eine Unterscheidung möglich zu machen.

Schema:

Vorname Nachname. Titel. Seitenangabe.

Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist meistens in alphabetischer Reihenfolge gegliedert. Daher wird dort der Nachname des Autors vorangestellt. Besonders wichtig ist die Unterscheidung von Quellen und Literatur. Dabei bezeichnet eine Quelle die sogenannte Primärliteratur, auf die sich bezogen wird, oftmals also die Grundlagenforschung.

Literatur oder Sekundärliteratur hingegen bezeichnet Material, welches sich selbst auf die verwendeten Quellen bezieht. Zudem wird bei Aufsätzen oder Artikeln in Sammelbänden oder vergleichbaren Publikationen die genaue Seitenzahl des vollständigen Beitrags angegeben.

Vereinfachungen und mögliche Kürzungen

Vor allem bei einer Vielzahl von Autoren, Herausgebern oder Erscheinungsorten können die Angaben in den Fußnoten schnell unübersichtlich werden. Deshalb ist es in Bezug auf einzelne Angaben möglich, mithilfe gezielter Interpunktion den Inhalt anschaulicher zu gestalten oder zu kürzen. Oberstes Gebot muss dabei jedoch die eindeutige Identifizierbarkeit des Werkes haben.

Die wichtigsten Beispiele sind:

  • Mehrere Autoren oder Herausgeber können mit einem Schrägstrich voneinander abgegrenzt werden.
  • Bei mehreren Autoren ist nach der Nennung des ersten Namens ein „u. a.“ für „und andere“ möglich.
  • Gleiches gilt bei der ersten Ortsnennung bei mehreren Veröffentlichungsorten.
  • Die Kenntlichmachung einer Einzelperson als Herausgeber kann mit der Kürzung „Hg.“ erfolgen. Mehrere Herausgeber können mit „Hrsg.“ abgekürzt werden.
  • Bei einem aufeinanderfolgenden Verweis auf dasselbe Werk genügt nach der ersten Angabe „ebd.“ („ebenda“) vor der Seitenangabe.

Prüfung und Plagiat

Die sorgfältige Prüfung der Quellenangaben obliegt den Studierenden und sollte stets sorgfältig erfolgen. Hier bietet sich die Nutzung eines Lektorats oder die Mitwirkung des Betreuers der Bachelorarbeit oder Masterarbeit vor der endgültigen Einreichung an. Ebenso sind Studierende, die mit einem wissenschaftlichen Coach arbeiten, auf der sicheren Seite.

Mit der Abgabe der wissenschaftlichen Arbeit versichert der Verfasser im Rahmen einer eidesstattlichen Versicherung, dass alles Fremdwissen entsprechend gekennzeichnet wurde. Eine Plagiatsprüfung erfolgt heutzutage an den meisten Hochschulen durch den Einsatz von spezialisierter Software bereits automatisch. Sollte dabei ein Verstoß festgestellt werden, kann es unangenehme Folgen nach sich ziehen.

Diese können bis zum Ausschluss von der Hochschule oder dem Aberkennen von akademischen Titeln reichen. Dies kann auch nach Jahren noch aufgedeckt werden und entsprechende Folgen nach sich ziehen, da die Verjährung in diesen Fällen nicht greift.

Ebenso wichtig ist eine Nachvollziehbarkeit und Überprüfung der erbrachten Leistung im Rahmen der Beurteilung durch den entsprechenden Betreuer. Nur durch eine klare Abgrenzung von fremden und eigenen Ergebnissen ist eine Benotung und Bewertung der wissenschaftlichen Arbeit möglich.

Prof. Dr. Conrad Rüth

Autor, Doctor

Coach, Professor Doktor Conrad Rüth hat Professur für Internationale Wirtschaftsbeziehungen bekleidet und Lehrstuhlvertretungen in Frankfurt und Berlin innegehabt. Jetzt leitet er den Akademily Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite.