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Wesentliches Kriterium wissenschaftlicher Arbeiten: Anwendung der richtigen Zitierregeln

Veröffentlicht
19.05.2021
Erneut
14.10.2021

Richtig Zitieren: Bei wissenschaftlichen Arbeiten muss eine Fülle von Literatur verwendet werden. Sei es, um den aktuellen Stand der Forschung festzustellen oder bei Auswertungen der Literatur, wie bei theoretischen Arbeiten, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Häufig wird dabei zitiert. Nur die Anwendung der korrekten Zitierregeln schützt vor Plagiatsverdacht.

Die gute Benotung einer Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation setzt das richtige Zitieren voraus. Dieser Beitrag informiert über die Unterschiede zwischen amerikanischer und deutscher Zitierweise sowie die Gestaltung des Literaturverzeichnisses. Um die Anwendung verständlich zu machen, wird jede Zitierweise mit einem Beispiel aus der Praxis dargestellt.

Warum das Zitieren mehr als reine Formsache ist

In jeder wissenschaftlichen Arbeit wird der aktuelle Stand der Forschung ermittelt. Das bedeutet: Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler werden verwendet. Der Verfasser einer Arbeit muss sich kritisch mit dem Forschungsstand auseinandersetzen.

Einschlägige Literatur muss analysiert werden und in der eigenen Arbeit darauf Bezug genommen werden. Die eigenen Gedanken zum Thema werden so untermauert. Das ist auch mit der Verpflichtung verbunden offenzulegen, aus welcher Quelle die Aussagen stammen.

Ob es sich um direkte oder um indirekte Zitate handelt: Auf das korrekte Zitieren kommt es an.

Wissenschaftliches Arbeiten zeichnet sich durch die Nachvollziehbarkeit der geschriebenen Aussagen aus. Der Leser einer Arbeit muss klar erkennen können, welche Aussagen oder Gedanken wörtlich oder sinngemäß aus fremden Quellen stammen.

Durch Angabe der Literatur und der Quellen müssen die übernommenen Aussagen gekennzeichnet werden. Der Leser muss Sachverhalte immer nachprüfen können. Daher wird auch vom wissenschaftlichen Zitieren gesprochen. Schließlich wird durch die Überprüfbarkeit die eigene wissenschaftliche Beweisführung glaubwürdig.

Wichtig: Werden in einer wissenschaftlichen Arbeit Erkenntnisse anderer festgestellt und diese sind nicht als solche gekennzeichnet, liegt ein Plagiat vor. Das widerspricht nicht nur der wissenschaftlichen Praxis, sondern hat hochschulrechtliche Konsequenzen. Auch bei späterer Aufdeckung von Plagiaten können akademische Titel aberkannt werden. Dies zeigt die Bedeutung des richtigen Zitierens.

Was muss zitiert werden?

Grundsätzlich müssen alle Gedanken sowie Aussagen von Dritten belegt werden. Aus diesem Grund muss das richtige Zitieren gelernt werden.

Beachte: Neben den reinen Texten müssen auch Bilder, Tabellen sowie weitere Informationen zitiert werden, wenn diese zur Erstellung von Tabellen, Diagrammen oder Tabellen verwendet wurden. Nur Quellen mit allgemeinen Informationen und Fakten, die zu den Grundkenntnissen des Fachgebiets gehören, müssen nicht nachgewiesen werden.

Zitieren bedeutet auch Qualitätsnachweis

Zitieren bedeutet auch Qualitätsnachweis

Die Verwendung von spezifischer Fachliteratur ist bei wissenschaftlichen Arbeiten selbstverständlich. Daher sollten ausschließlich derartige Quellen benutzt werden. Populäre Zeitschriften, Zeitungen, populärwissenschaftliche Literatur oder Ähnliches sollten nicht zur Untermauerung wissenschaftlicher Aussagen verwendet werden, es sei denn, sie gehören zum Gegenstand der Forschung.

Bei Internetquellen ist Vorsicht geboten und ihre Qualität sollte überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie wissenschaftlichen Standards entsprechen. Es sollte immer versucht werden, auch benötigte biografische Daten, Erhebungen zu Entwicklungen oder theoretische Grundlagen aus Printausgaben zu erhalten.

Beispiel: Bei einer wissenschaftlichen Arbeit über die Entwicklung der deutschen Sprache in der Neuzeit sind als Quellen Beiträge aus einschlägiger Fachliteratur zu verwenden und nicht Wikipedia. Werden Stellungnahmen von aktuellen Prominenten einbezogen, sind diese vorrangig im Internet zu finden und Quellen aus diesem Medium in solchen Fällen legitim.

Wichtig: Zitate sind grundsätzlich dem Originaltext zu entnehmen, der sogenannten Primärquelle. Sofern Beiträge noch nicht veröffentlicht wurden, sind diese als „nicht veröffentlichte Quellen“ zu kennzeichnen. Bei mündlichen Quellen, beispielsweise Vorträgen, muss der Urheber angegeben werden. Die Aufnahme in das Literaturverzeichnis ist in dem Fall nicht notwendig.

Das direkte Zitat Das indirekte Zitat

Es wird zwischen dem wörtlichen (direkten) und dem sinngemäßen (indirekten) Zitat unterschieden. Hierzu gibt es wiederum unterschiedliche Zitierweisen. Da es keine allgemeingültige Regel gibt, sollten sich Studierende rechtzeitig nach den Vorgaben im Fachgebiet ihrer Hochschule erkundigen.

Das direkte (wörtliche) Zitat

Das direkte (wörtliche) Zitat

Als Richtschnur gilt: Möchte der Verfasser mit prägnanten Aussagen etwas veranschaulichen oder darauf Bezug nehmen, ist die direkte Zitierung angebracht. Sollen Inhalte hingegen mit eigenen Worten wiedergegeben werden, wird meistens sinngemäß, also indirekt, zitiert.

Formatvorgaben beim direkten Zitieren:

Wörtliche Zitate werden mit Anführungsstrichen gekennzeichnet. Der Quellenverweis erfolgt direkt nach dem Zitat (auch in der Mitte des Textes). Kurze Zitate werden im Fließtext eingefügt.

Beispiel direktes Zitat in deutscher Zitierweise:

Dazu sagt Rainer Müller: “Zitieren macht richtig Spaß!”

Vgl. Rainer Müller/Frederik Meyer: Beim Schreiben macht Zitieren Spaß, Berlin, Deutschland: Bollmann, 2020, S. 3.

Längere Zitate (mehr als etwa drei Zeilen) werden an beiden äußeren Seiten eingerückt. Der Zeilenabstand sollte einfach sein und zur Verdeutlichung kann die Schriftgröße verkleinert werden.

Beispiel:

„Und irgendjemand muss dies verstehen, obwohl er sich eben so gut mit anderen Dingen befassen und Selektionen auch übersehen oder nicht erfassen könnte.“

Vgl. Winter 2004:91

Direktes Zitieren – weitere Besonderheiten

  • Der Wortlaut des Zitats darf nicht verändert werden. Einfügungen oder Ergänzungen müssen immer gekennzeichnet werden.
  • Rechtschreibfehler innerhalb des Zitats müssen übernommen und mit [sic!] gekennzeichnet werden. Das istt [sic!] ein Beispiel.
  • Auslassungen oder grammatikalische Anpassungen werden mit eckigen Klammern markiert. Dabei werden Auslassungen mit drei Punkten geschrieben […].
  • Um das Zitat hervorzuheben, kann der Text in fett, in kursiv oder in d i e s e r F o r m (gesperrt) geschrieben werden. Am Ende muss jedoch ein Hinweis hinzugefügt werden: [Hervorhebung des Verfassers]. Steht die Hervorhebung bereits im Original, wird diese im Zitat übernommen und gekennzeichnet: [Hervorhebung im Original].
  • Erläuterungen werden zum besseren Verständnis in eckigen Klammern gesetzt.
  • Ein Zitat innerhalb eines Zitats wird in einfachen Anführungszeichen gesetzt. „Das sieht ‚dann beispielsweise so‘ aus“.
  • Fremdsprachliche Zitate werden ebenfalls im Fließtext im Original übernommen. In einer Fußnote wird die deutsche Übersetzung (nicht bei englischen Zitaten), geschrieben.
  • Als Zweitzitate werden Zitate aus Sekundärquellen bezeichnet. Diese werden mit zit. nach gekennzeichnet.Die Reihenfolge ist dann: Nennung des Originals, zit. nach: Nennung der Quelle, aus der die Aussage genommen wurde.

Beispiel: Müller, Friedrich: Krankengymnastik bei Kindern, Frankfurt 1999, S. 19, zit. nach: Meyer, Peter: Lexikon der Krankengymnastik, Berlin u. a. 2005, S. 217

Das indirekte (sinngemäße) Zitat

Das indirekte (sinngemäße) Zitat

Wird der Text nicht wörtlich, sondern mit eigenen Worten wiedergegeben, wird von einem sinngemäßen oder indirekten Zitat gesprochen. Verfasser müssen zwar auf die korrekte Beibehaltung der Inhalte achten, brauchen dabei allerdings auf weniger formale Regeln zu achten.

Indirekte Zitate werden im Quellenverweis mit einem „vgl.“ als Vergleich gekennzeichnet, im Text jedoch nicht in Anführungszeichen gesetzt.

Wichtig: Der Konjunktiv der indirekten Anrede macht deutlich, dass Beiträge anderer Wissenschaftler wiedergegeben werden.

Beispiel: Nach Homburg bestände der Marketingmix aus den vier Elementen Produkt-, Preis-, Distribution- und Kommunikationspolitik (vgl. 2014: 175).

Die deutsche Zitierweise Die amerikanische (Harvard) Zitierweise

Sowohl deutsche als auch amerikanische Zitierstile haben Vorteile und Nachteile. Solange der Dozent den Studierenden die freie Wahl lässt, ist es den Verfassern grundsätzlich freigestellt, für welche Zitierweise er sich bei einer wissenschaftlichen Arbeit entscheidet. Es ist jedoch zu beachten, dass in vielen Wissenschaften ein Zitiersystem der allgemein akzeptierte Standard ist, den alle Autoren verwenden sollten.

Wichtig: Der Zitierstil, der für das erste Zitat in der Arbeit verwendet wurde, sollte in der gesamten Arbeit beibehalten werden.

Die deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise

Bei der deutschen Zitierweise werden Fußnoten verwendet. Dazu wird hinter jedem Zitat eine Fußnote eingefügt, die auf einen Quellenbeleg verweist. Dabei wird zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg unterschieden:

  • Vollbeleg: Wird geschrieben, wenn die Quelle zum ersten Mal zitiert wurde.
  • Kurzbeleg: Wird ab dem zweiten Zitat verwendet.

Beispiel:

[…] unter Berücksichtigung von historischen Grundlagen gelte.23
23vgl. Heinrich Aerts, „Modell“ in der Musiktheorie seit Tiemann, in: Zeitschrift für Musiktheorie 5/09 (2009), S. 132.

Dies ist ein Vollbeleg, wobei bei der erstmaligen Verwendung der Quelle alle Angaben angegeben werden.

Ab dem zweiten Zitat aus der gleichen Quelle wird beim Kurzbeleg nur noch Autor und Titel mit Seitenangabe genannt:

Vgl. Heinrich Aerts, „Modell“ in der Musiktheorie seit Tiemann, S. 132

Die deutsche Zitierweise

Sonderfälle

Wird aus einer Quelle mehrfach hintereinander zitiert, kann die Abkürzung „ebda.“ (ebenda) oder lateinisch „ibid.“, „ibd.“, oder „ib.“ (ibidem) verwendet werden. Damit wird deutlich gemacht, dass die gleichen Quellenangaben gelten, die der Quellenbeleg direkt davor beinhaltet.

Nachträgliches Korrigieren: Wird nachträglich zwischen einem Beleg und dem folgenden „ebda.“ ein weiteres Zitat eingefügt, muss daran gedacht werden, das ursprüngliche „ebda.“ ebenfalls zu ändern. Im Zweifel ist der Betreuer nach der gewünschten Methode zu befragen, da manche Betreuer Kurzbelege vorziehen.

Seitenumbruch: Bei neuen Seiten sollte immer mit einem Vollbeleg begonnen werden, statt das „ebda.“ anzuwenden.

Schriftart kursiv: An vielen Hochschulen werden Zitate in kursiv erwartet, jedoch nicht an allen.

Monografie (eigenständiges Werk eines Autors): Die Zitierweise folgt folgendem Muster:

Vorname Nachname, Titel.Untertitel, Ort [Kalenderjahr der Erscheinung], [Angabe der Seite]

Mehrere Autoren: In diesem Fall müssen alle Autoren genannt werden. Bei zwei Autoren beispielsweise: Peter Meyer und Andrea Senger, Titel etc. Sind über drei Autoren beteiligt, ist die Nennung des ersten Autors ausreichend, gefolgt von et al. (lateinisch: und andere).

Auflage: Die Informationen werden als Hinweis eingefügt, beispielsweise „3. Neubearbeitete Aufl., 4. Aufl.“ etc., vor der Ortsangabe und Jahresangabe. Alternativ wird die Nummer der Auflage mit einer hochgestellten Zahl vor dem Jahr angegeben, beispielsweise „München 42019“.

Erscheinungsort oder Erscheinungsjahr nicht bekannt: Verwende Zitate werden in diesen Fällen mit o. O. (ohne Ort) und o. J. (ohne Jahr) gekennzeichnet.

Mehrere Verlagsorte: Bis zu drei werden aufgezählt. Darüber hinaus kann abgekürzt werden. Beispiel: Frankfurt [u. a.] 2010.

Publikationen in Reihe: Diese Information wird auf folgende Weise angegeben:

Vorname Nachname, Titel.Untertitel, Ort Jahr (Reihen-Titel Reihenband), Angabe der Seite

Beispiel: Peter Meyer, Architektur im 20. Jahrhundert, Mainz 2010 (Architektur im Wandel 6), S. 429.

Zitieren aus einem Sammelband

Zitieren aus einem Sammelband

In einem Sammelband werden Aufsätze mehrerer Autoren gesammelt. Zitate daraus werden wie folgt gekennzeichnet:

Vorname Nachname, Titel Beitrag, in: Titel Sammelband, hg. von Vorname Nachname, Ortsangabe Kalenderjahr, Angabe der Seite

Beispiel: Peter Hollmann, Stravinskijs Neoklassizismus, in: Festschrift für Egon Müller zum 80. Geburtstag, hg. von Heinrich Kurz und Peter Teemann, München 1981, S. 379.

Sofern der Sammelband in Reihe erschienen ist, wird diese Information wie bei einer Monografie angegeben. Bei mehreren Herausgebern wird abgekürzt nach dem Muster: hgg. von Vorname A Nachname A, Vorname B Nachname B … Mit „und Vorname Nachname“ kann der letzte Herausgeber hinzugefügt werden.

Zitieren bei einem Aufsatz

Fachzeitschriften bieten oft qualitativ gute Aufsätze zu speziellen Themen. Zitiert wird daraus nach dem Muster:

Vorname Nachname, Titel Artikel, in: Name der Zeitschrift Jahrgang (Jahr der Erscheinung), Angabe der Seite

Sowohl Herausgeber als auch Erscheinungsort werden nicht angegeben.

Beispiel: John Klut, Gotische Architektur in Köln, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 9/Nr. 2 (2002), S. 213

Zitate aus einem Lexikonartikel

Die Zitierweise ähnelt der bei Sammelbänden. Einzige Besonderheit: Sind die Seiten nicht nummeriert, sondern die Spalten, werden diese mit Sp. angegeben.

Zitate aus Dissertationen oder Habilitationen

Zitate aus Dissertationen oder Habilitationen

Aus Abschlussarbeiten oder anderen Schriften im Hochschulbereich wird nach folgendem Schema zitiert:

Vorname Name, Titel Schrift, Typ der Schrift, Universität Ort Jahr, Angabe der Seite

Beispiel: Max Meyer: Die Zitierung aus der Dissertation“, unv. Diss., Universität Hamburg 2012, S. 134

Der Erscheinungsort ist dabei Ort der Hochschule, an dem die wissenschaftliche Arbeit verfasst bzw. eingereicht wurde und das Erscheinungsjahr das Jahr der Einreichung laut dem Titelblatt. Für den Typ der Schrift kommt beispielsweise infrage: unveröffentlichte Masterarbeit oder unv. Diss. (Dissertation), Habil. (Habilitation).

Zitate aus Zeitungsartikeln

Artikel aus Zeitungen werden wie folgt gekennzeichnet:

Vorname Nachname, Beitrag.Untertitel, in:Name Zeitung (Jahr), Nr. X, Seitenangabe

Zitate von Internet-Quellen

Mithilfe der URL lassen sich die Quellen wie nachfolgend belegen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Christof_Sauer (Stand: 09.10.2020)

Wenn es sich um einen Aufsatz handelt und Name des Autors sowie das Datum des Artikels bekannt ist, wird beispielsweise wie folgt zitiert:

Peter Müller, WDR Orchesterfusion.Protest breitet sich aus (10.03.2019), URL: https://www1.wdr.de/orchester-und-chor/startseite/orchester-und-chor-startseite-100.html (Stand: 09.10.2019).

Seitenangaben und Verlage: Bezieht sich das Zitat auf mehrere Seiten, müssen diese angegeben werden. Einige Hochschulen erwarten präzise Angaben wie S. 2–6, andere erlauben eine abgekürzte Schreibweise wie S. 6f. und bei mehreren folgenden Seiten S. 6ff. Die Angabe von Verlagen ist normalerweise nicht vorgegeben.

Die amerikanische (Harvard) Zitierweise

Die amerikanische (Harvard) Zitierweise

Die amerikanische (Harvard) Zitierweise

Die Harvard-Zitierweise ist vorrangig im wirtschaftswissenschaftlichen sowie sozialwissenschaftlichen Bereich vorzufinden. Statt einer Fußnote, werden die Quellenverweise als Kurzverweis, mit Bezug auf das Literaturverzeichnis, hinter den Zitaten geschrieben.

Direkte Zitate bei amerikanischer Zitierweise

Der Kurzverweis besteht aus dem Namen des Autors, gefolgt vom Publikationsjahr und der Seitenzahl.

Beispiel: „… frühere Forschungen (Freud 1900:25)„

Indirekte Zitate bei amerikanischer Zitierweise

Hier wird mit vgl. gekennzeichnet, dass indirekt zitiert wurde.

Beispiel: „…Psychologen glauben, dass diese Reaktion …“ (vgl. Balan 1999a:34).

Mehrere Publikationen aus einem Jahr: Bei diesem Beispiel wurden zwei Publikationen verwendet aus dem gleichen Jahr. Um den Quellenbeleg eindeutig zuzuordnen, wird die Jahreszahl mit a, d… erweitert.

Nennung des Autors im Text: Wurde der Autor im Text bereits erwähnt, muss er im Quellenverweis nicht mehr genannt werden.

Bezugnahme auf mehrere Quellen: In diesen Fällen können die verschiedenen Quellen mit einem Semikolon getrennt werden.

Mehrere Autoren: Bis zu drei Namen werden ausführlich genannt: (Johnson/Jacobsen/Churchel 1984).

Bei mehr als drei Autoren muss lediglich der erste angegeben werden und ein et al. oder u. a. wird angefügt:

(Johnson et al. 1998).

Seitenangaben:
Johnson 1997:42 → Zitat ist zu finden auf S. 42.
Johnson 1997:42f. → Zitat ist zu finden auf S. 42 und 43.
Johnson 1997:42ff. → Zitat ist zu finden auf S. 42, 43 und 44.
Johnson 1997:42–48 → Zitat ist zu finden auf den S. 42 bis 48.
Johnson 1997:42 und 56 → Zitat ist zu finden auf den S. 42 und 56.

Publikationstyp: Im Kurzbeleg ist es bei der amerikanischen Zitierweise nicht notwendig, den Publikationstyp anzugeben.

Varianten des Kurzbelegs:
(Johnson 1996, S. 12), (Johnson, 1996, S. 12), (Johnson 1996: 12)

Mehrere Zitate aus einer Quelle: In diesen Fällen kann die Abkürzung „ebda.“ oder „ibd.“ oder „ib.“ verwendet werden.

Wichtig: Beim nachträglichen Korrigieren ist darauf zu achten, dass bei Einfügungen zwischen einem Beleg und einem nachfolgenden „ebda.“ auch das ursprüngliche „ebda.“ zu ändern ist.

Was beachtet werden sollte

  • Studierende fragen am besten ihren Betreuer, welche Zitierweise bevorzugt wird. Diese Regeln sollten, im Hinblick auf die Benotung, unbedingt eingehalten werden.
  • Das einmal gewählte Format ist beizubehalten. Das nachträgliche Formatieren ist sehr zeitaufwendig. Ebenso ist immer an die Seitenzahlen zu denken.
  • Um umständliches Suchen von Quellen am Ende der Arbeit zu vermeiden, sollten die Quellenangaben sofort bei den Zitaten notiert werden.
  • Ein professionelles Lektorat kann eine wertvolle Hilfestellung sein. Experten geben den Verfassern eine zusätzliche Sicherheit.
Literaturverzeichnis deutsche Zitierweise Quellenverzeichnisse Literaturverzeichnis amerikanische Zitierweise

Sämtliche Quellen, die in der Arbeit verwendet werden, müssen im Literaturverzeichnis aufgeführt werden. Damit Leser die Einträge schnell finden können, werden sie am besten alphabetisch geordnet.

In Abhängigkeit von der Zitierweise sowie den Vorgaben der Hochschule müssen beim Literaturverzeichnis formale Vorgaben zur Gestaltung beachtet werden. Hier ist also die rechtzeitige Information wichtig. Studierende sollten beachten, dass die Einhaltung formaler Anforderungen bei den Betreuern einen entsprechenden Eindruck hinterlässt, was für die Benotung der Arbeit nicht zu unterschätzen ist.

Literaturverzeichnis bei der deutschen Zitierweise

Literaturverzeichnis bei der deutschen Zitierweise

Bei der Erstellung des Literaturverzeichnisses sind in der deutschen Zitierweise folgende Punkte zu beachten:

  • Alle Informationen, die in den Fußnoten erwähnt wurden, gehören ebenso in das Literaturverzeichnis (Ausnahmen: Autoren werden im Literaturverzeichnis in der Reihenfolge Name, Vorname genannt).
  • Zu Zeitungsartikeln sowie Aufsätzen, die in Sammlungen erschienen sind, wird der Umfang vom Artikel angegeben.

Literaturverzeichnis bei der amerikanischen Zitierweise

Literaturverzeichnis bei der amerikanischen Zitierweise

Da im Text bei der Harvard-Methode lediglich verkürzte Quellenbelege zu verwenden sind, müssen im Literaturverzeichnis alle Informationen zum Publikationstyp (Monografie, Aufsatz eines Sammelbands, Aufsatz in einer Zeitschrift, Artikel aus einem Lexikon, Hochschulschriften, Fachzeitschrift, Internet) angegeben werden.

Wichtig: Bei einigen Hochschulen werden Quellenbelege teilweise kursiv geschrieben.

Monografien im Literaturverzeichnis

Nachname, Vorname(Jahr). Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Beispiel: Müller, Robert (1991). Neue Wege im Marketing. Berlin: Bossmann.

Mehrere Autoren müssen in der Reihenfolge aufgeführt werden, in welcher sie im Buch erscheinen:

Nachname A, Vorname A Nachname B, Vorname B & Nachname C, Vorname C (Jahr). Titel der Veröffentlichung usw. Die Autoren können alternativ mit Schrägstrichen getrennt werden.

Reihentitel sowie mehrbändige Werke im Literaturverzeichnis

Reihentitel sowie mehrbändige Werke im Literaturverzeichnis

Zwar werden Reihentitel nicht grundsätzlich genannt, jedoch bei einem mehrbändigen Werk Titel und Band:

Nachname, Vorname (Jahr).Titel der gesamten Veröffentlichung: Bd. X [Nummer einfügen]. Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag.

Beispiel: Mollenhauer, Hans (1985). Handbuch der Betriebswirtschaft: Bd. 7. Marketinginstrumente. Hohlbein: Hausmann-Verlag.

Falls der Reihentitel genannt wird:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag (Reihentitel Nummer).

Beispiel: Junnemann, Christian (1981). Die Beziehungen der Marketinginstrumente zueinander: Frankfurt. Salzburg: Katzbichler (Ngoma 7).

Sammelband im Literaturverzeichnis

Hierbei muss an erster Stelle der Herausgeber genannt werden.

Nachname, Vorname (Hg.) (Jahr). Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Beispiel: Dodermann, Karl (Hg.) (1981). Lexikon Werbung: Zweiter Band. Düsseldorf: Boss Verlag.

Aufsätze in Sammelbänden

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. In: Nachname, Vorname Herausgeber (Hg.), Buchtitel (S. x–y). Ort: Verlag.

Beispiel: Beckmann, Emil (1989). Kundenbefragung im Handel. In: Meyer, Kurt (Hg.), Kundenbefragungen (S. 145–147). Düsseldorf: Hausmann Verlag

Aufsätze in Zeitschriften

Nachname, Vorname (Kalenderjahr). Titel des Aufsatzes. In: Zeitschriften-Titel, Jahrgang, S. Seitenzahl–Seitenzahl.

Beispiel: Bachmann, Werner (2008). Silikonbandagen bei Hallux. In: Orthopädie heute, 2008/Nr. 2, S. 132–133

Internetquellen im Literaturverzeichnis

Nachname, Vorname (Kalenderjahr). Titel des Beitrages. Abrufdatum Tag.Monat.Kalenderjahr, von http://www… (komplette URL).

Meyer, Ulrich (2019). WDR Orchesterfusion.Protest nimmt zu. Abrufdatum 07.10.2019, von https://www1.wdr.de/orchester-und-chor/startseite/orchester-und-chor-startseite-100.html.

Der Zugriff kann alternativ wie folgt geschrieben werden:

Abrufdatum Tag.Monat.Kalenderjahr, von http://…

oder:

Zugriff am Tag.Monat.Kalenderjahr über http://…

oder

Letzter Zugriff Tag.Monat.Kalenderjahr über http://….

Beachte:

Diverse Varianten der Literaturbelege sind in der deutschen Zitierweise und ebenso in der amerikanischen Zitierweise zu finden. Daher ist es essenziell, sich über die formalen Vorgaben der Hochschule frühzeitig zu informieren und diese bei der wissenschaftlichen Arbeit unbedingt einzuhalten.

Richtig zitieren einfach erklärt!

Prof. Dr. Conrad Rüth

Autor, Doctor

Coach, Professor Doktor Conrad Rüth hat Professur für Internationale Wirtschaftsbeziehungen bekleidet und Lehrstuhlvertretungen in Frankfurt und Berlin innegehabt. Jetzt leitet er den Akademily Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite.