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Empirische Bachelorarbeiten und Masterarbeiten – Merkmale sowie Empfehlungen zur fachgerechten Erstellung

Veröffentlicht
11.03.2021
Erneut
14.10.2021

Bachelorarbeiten und Masterarbeiten: Vor Beginn jeder Abschlussarbeit stellt sich die Frage nach dem Typ. Theoretische Arbeit (Literaturarbeit) oder empirische Arbeit – die Entscheidung über die Art hat sowohl Auswirkungen auf die Fragestellung als auch auf die Arbeitsweise.

Neben einer Abgrenzung der unterschiedlichen Arten gibt dieser Beitrag einen kurzen Überblick zu den Möglichkeiten bei der Erstellung empirischer Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten.

Theoretische Abschlussarbeiten: Im Fokus steht die Beantwortung von Forschungsfragen mittels rein theoretischer Mittel

Bei dieser Arbeitsart wird hinsichtlich der Problemstellung zunächst der derzeitige Stand der Forschung festgestellt. Daraus werden die theoretischen Ergebnisse gewonnen. Es können auch empirische Daten eine Rolle spielen. Diese werden jedoch innerhalb der Arbeit ausschließlich verwendet und nicht selbstständig erzeugt.

Empirische Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Die detaillierte Planung ist auch bei der empirischen Arbeit der Ausgangspunkt für den Erfolg. Dies gilt im besonderen Maße für empirische Arbeiten, da neben der Literaturrecherche der Aufwand für die Erhebung relevanter Daten zu berücksichtigen ist.

Im weiten Feld der empirischen Methoden konzentrieren sich diese auf quantitative sowie qualitative Verfahren. Für beide Methoden gibt es überzeugende Argumente. In der Praxis werden mit den sogenannten Mixed-Method-Ansätzen häufig beide optimal eingebracht.

Qualitative Methodik: theoretische Vorgehensweise mit empirischer Komponente

Im theoretischen Teil der Arbeit wird, passend zur Fragestellung, der gegenwärtige Stand der Forschung verarbeitet. Dies ist dann die Grundlage der empirischen Untersuchung. Die Daten werden nach dem Ansatz Qualität vor Quantität erhoben und die Vorgehensweise ist daher kaum standardisierbar.

Beispiele für die Art der Erhebung sind Interviews und Fallstudien. Den Interviewpartnern werden dabei keine standardisierten Antworten vorgegeben, um diese womöglich statistisch einfacher auszuwerten. Die Ergebnisse sieht man sich vielmehr intensiv an und dokumentiert dazu die Antworten. Der Ansatz ist, an Inhalte unvoreingenommen und ergebnisoffen heranzugehen.

Der qualitative Forscher versucht damit nicht, theoretisch formulierte Aussagen zu beweisen oder zu widerlegen.

Beispiel Homeoffice während der Pandemie: Mit den Befragten führt der Interviewer ein offenes Gespräch und dokumentiert dieses. Danach untersucht er, ob in den Interviews parallele Feststellungen getroffen werden können.

Das Ziel dabei: die Gewinnung neuer Erkenntnisse und Forschungsansätze.

Quantitative Methodik: starke Standardisierbarkeit der Auswertungen im Fokus

Quantitative Methodik: starke Standardisierbarkeit der Auswertungen im Fokus

Bei diesem Verfahren wird mit Daten gearbeitet, die sich zahlenmäßig darstellen lassen. Daten, welche im Zuge der Erhebung nicht numerisch sind, wie beispielsweise Antworten bei Befragungen, werden in Zahlen umgewandelt.

Beispiel: Die Antwortmöglichkeiten lauten ja, nein oder im nächsten Jahr. In diesem Beispiel wird den Antworten jeweils eine Zahl, beispielsweise 1 für ja, zugeordnet. Die Methodik ist daher von einer hohen Standardisierbarkeit geprägt.

Dadurch sind die Ergebnisse oft in festen Formaten darstellbar und durch mathematische Berechnungen gekennzeichnet. In Befragungen kann nur zwischen vorher festgelegten Antwortmöglichkeiten gewählt werden.

Damit lassen sich diese statistisch auswerten – sie sind rechenbar.

Beispiel: In der Corona-Zeit werden Arbeitnehmer befragt, ob sie 100, 50 oder unter 50 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice gearbeitet haben. Mit diesen standardisierten Antworten lassen sich ebenso Veränderungen innerhalb eines Zeitraumes exakt statistisch ermitteln.

Qualität oder Quantität: Das Thema ist entscheidend

Eine Unterscheidung von Qualität und Quantität darf nicht mit der üblichen Bewertung verwechselt werden. Ansonsten würde die Entscheidung über den methodischen Ansatz grundsätzlich zugunsten der Qualität ausfallen und das wäre eindeutig falsch.

Folgende Fragen sind zu stellen: Was soll erforscht werden und welche Erkenntnisse werden im Ergebnis erwartet?

Die Antworten führen zur angebrachten Methodik. Die oben beispielhaft genannte Untersuchung zum Thema Entwicklung vom Homeoffice während der Pandemie zeigt die sinnvolle Anwendung der verschiedenen Methoden.

Gleichzeitig wird deutlich, dass häufig sowohl bei Bachelorarbeiten als auch bei Masterarbeiten die Anwendung von Mixed-Methods die Arbeiten auszeichnen.

Methoden im Vergleich

Qualitative Methodik Quantitative Methodik
Beschreibung tiefgehende
Erhebung und Analyse
Erhebung und Analyse eines exakt vordefinierten Bereichs
Zielsetzung der Arbeit Erforschung neuer Ansätze und Theorien Prüfung und Unterlegung von Theorien sowie Fragestellungen
Messmethoden keine standardisierte Messungen, um neue detaillierte Erkenntnisse zu erhalten, tiefe Untersuchung weniger Einzelfälle Erhebung mit standardisierten Methoden, zahlenmäßig messbar, Untermauerung der Ergebnisse durch eine hohe Anzahl von Fällen
Auswertungen Erkenntnisse/Aussagen werden bewertet zahlenmäßiges Datenmaterial wird statistisch ausgewertet

Die zielgerichtete Planung empirischer Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten

Ist die Entscheidung aufgrund des Themas und des Forschungsgegenstands für die empirische Abschlussarbeit gefallen, geht es an die strukturierte Planung.

Folgende Fragen sind für eine sinnvolle Planung zu stellen:

  1. Welcher Zeitraum steht für die Erstellung der Abschlussarbeit zur Verfügung?
  2. Welche Erkenntnisse sollen bei der Arbeit gewonnen werden (siehe obige Übersicht)
  3. Soll ergebnisoffen geforscht werden (Gewinnung von Ansätzen durch die Forschung) oder steht die Theorie und diese soll belegt werden?
  4. Können benötigte Daten selbst erhoben werden?
  5. Welche Methoden sollen eingesetzt werden?
  6. Wie können und sollen die ermittelten Daten ausgewertet werden?

Mit den Antworten auf diese Fragen ist ebenso der zeitliche Aufwand für die Forschungsarbeit kalkulierbar. Gleichzeitig muss ausreichend Zeit für Korrektorat, Lektorat sowie Drucken und Binden der Arbeit eingeplant werden.

Zu einer optimalen Planung gehört ein grobes Konzept (Exposé) der Arbeit. Sinnvoll ist es, das Exposé während der Arbeit zu aktualisieren. Dabei sollte der Verfasser die voraussichtlichen Bearbeitungszeiten der einzelnen Arbeitsschritte vermerken.

Die Vorteile empirischer Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten

Um Pro und Contra einer empirischen Arbeit abzuwägen, muss der Verfasser zunächst klären, ob er überhaupt die Wahl hat. In nicht wenigen Fällen geben die Prüfungsordnungen vor, ob empirische oder theoretische Abschlussarbeiten verlangt werden. Schließlich kann das gewählte Thema oder die Fragestellung die empirische Arbeit nahelegen.

Im Berufsleben spielt die Erhebung und Auswertung von Daten eine außerordentliche Rolle. Die empirische Arbeit ist somit die ideale Gelegenheit, hierzu Erfahrungen unter Anleitung zu sammeln.

Für eine empirische Arbeit müssen neben der theoretischen Verfassung der Arbeit umfangreiche Datenerhebungen durchgeführt werden. Bei vorliegenden Daten obliegt dem Verfasser trotzdem deren Auswertung. Das bedeutet Zeitaufwand und erfordert Kompetenz. Auf der anderen Seite können diese Arbeiten eigenständig und zielgerichtet durchgeführt werden. Bei theoretischen Arbeiten besteht hingegen eine stärkere Abhängigkeit von der verwendeten Literatur.

Gut zu wissen: Ist die Entscheidung zugunsten einer empirischen Bachelorarbeit oder Masterarbeit gefallen, muss bei der Bewältigung des Aufwands nicht zwingend Stress aufkommen. Dazu kann qualifizierte Unterstützung beauftragt werden.

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Prof. Dr. Conrad Rüth

Autor, Doctor

Coach, Professor Doktor Conrad Rüth hat Professur für Internationale Wirtschaftsbeziehungen bekleidet und Lehrstuhlvertretungen in Frankfurt und Berlin innegehabt. Jetzt leitet er den Akademily Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite.